Der Kreuzbund hat seinen Ursprung in der katholischen Kirche.
Pfarrer Joseph Neumann gründete den Verband 1896 in Aachen. In
der Tradition der Mäßigkeits- und Abstinenzbewegung wirkte der
Verband dem damals weit verbreiteten Elendsalkoholismus
entgegen.
Bis in die Sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts war der
Kreuzbund auf Grund dieser Prägung ein Absti-nenzverband. Die
Mitglieder lebten solidarisch-abstinent, meist ohne selbst
suchtkrank zu sein. Nach der Anerkennung von Alkoholismus als
Krankheit durch die Weltgesund-heitsorganisation (WHO) und das
Bundessozialgericht 1968 entwickelte sich der Abstinenzverein
zu einem Selbsthilfeverband für Suchtkranke und Angehörige.
Suchtkranke übernahmen führende Funktionen im Verband.
Heute gestalten Suchtkranke und Angehörige und wenige
Hauptberufliche gemeinsam die Arbeit der Gruppen und des
Verbandes. Der Wandel vom Abstinenzverband zur
Selbsthilfegemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige fand
seinen bisherigen Höhepunkt im April 2004 in der Wahl einer
Angehörigen zur Bundesvorsitzenden und in der Aufhebung der
Abstinenzverpflichtung für nicht-suchtkranke Angehörige.